17.09.2020

Ausstellung von Martha M. Fritsch

Hier ein Auszug aus dem Artikel der Gießener Allgemeinen:

Immer wieder finden im Gail’schen Park künstlerische Ereignisse statt, die den Reiz dieser lieblichen Parkanlage noch erhöhen. Aktuell sieht man dort die Arbeiten der Gießener Malerin Martha M. Fritsch.

"Lichtdurchlässige Bilder im Park" heißt die Installation mit zahlreichen abstrakten Gemälden etwas prosaisch, deren Besonderheit ist, dass sie ihre Wirkung gemeinsam mit dem Tageslicht entfalten. Das passt ausgezeichnet in die Landschaft.

Martha M. Fritsch, Jahrgang 1953, stammt aus Geisenheim und lebt in Gießen und Biebertal. Sie hat an der Justus-Liebig-Universität Kunsterziehung und Sozialkunde studiert. "Die meiste Zeit habe ich nebenher Yoga unterrichtet," erzählte sie. Fritsch unterrichtete daneben auch Seminare zum Stressabbau an der Volkshochschule in Wetzlar, "aber auch in Betrieben, die Nachfrage war recht groß". Und sie bildete Yogalehrer aus.

Spürt sie eine Verbindung zwischen Yoga und Kunst? "Das ist vorbei", sagte Fritsch, "eine Weile hing das bei einigen Bildern für mich enger zusammen, als ich hin und wieder beim Yoga gewisse Bilder sah, die ich dann versucht habe zu malen. Yoga hat mich geistig weitergebracht, und die Kreativität wird dadurch schon gefördert", fügte sie hinzu.

Mit Kreidearbeiten und Aquarellen begann Fritsch in den 80er Jahren für sich zu malen. "2007 wurde es stärker". Da erbte sie von der Großmutter einen Stapel Leinentücher, sogenanntes Bauernleinen. "Das ist etwas gröber gewebt", erklärte Fritsch. Sie kauft kaum Material zum Malen, benutzt vielmehr alte Rahmen oder auch mal einen Fensterrahmen, auf die sie das Bauernleinen spannt. Als Farben dienen ihr Erdfarben, zusätzlich auch Erd- und Mineralpigmente, Kreide, Kalk und Lehm; viele Arbeiten enthalten Frottagen von Felsen oder Baumstämmen.

Eine Besonderheit der Arbeiten neben ihrer Vielfalt ist eine besondere Form der Dreidimensionalität. Hinter der Bildebene finden sich gestalterische Elemente, die die Ansicht, die den optischen Eindruck des Betrachters entscheidend mitprägen. Das können aufgeklebte Blätter sein oder andere schatten- oder farbgebende Objekte. Insofern sind Fritschs Bilder auch eine Art von kleiner Installation und integrieren bei den Rahmenbildern neben der malerischen immer auch eine räumliche Dimension. Die im Park auf Schnüren gehängten Arbeiten wirken auf andere Weise, sie kooperieren mit dem Licht.

Auffällig bei diesen Arbeiten ist die farbliche und im weiteren Sinne auch ihre architektonische Komposition. Die Rahmenbilder sind ausnahmslos Mischtechniken. Ein paar hängen am Teichhaus und ermöglichen genau den intendierten reizvollen Blick durchs Bild ins Licht.

Die märchenhaft üppige Parklandschaft bildet eine ideale Plattform für Martha Fritschs Bilder, die sich dort ausgesprochen wohlzufühlen scheinen. Es ist eine rundum lohnende Kombination

zurück