12.07.2022

Eröffnung des Eiskeller-Museums

Ehrenvorsitzender Norbert Kerl erläuterte die baulichen Maßnahmen. Im Gail’schen Park in Rodheim befindet sich am Teich hinter einer Veranda mit einer Birkenholzfront ein Eiskeller aus dem 19. Jahrhundert, den sich die Familie Gail für ihre Hauswirtschaft eingerichtet hatte. Dort konnte man nicht nur die Lebensmittel länger frisch halten, sondern auch seinen Gästen kühle Getränke und Sorbeteis anbieten.

Der Eiskeller wurde noch bis in die 1930er Jahre genutzt; ist im Original erhalten; drohte aber zu verfallen. »Der beste Weg, ein denkmalgeschütztes Gebäude zu erhalten, ist, es einer langfristigen Nutzung zuzuführen. Zumal man für die Verwirklichung mit einem überzeugenden Konzept gute Chancen hat, Fördermittel einzuwerben«, sagte Kerl.

Mit dem »Museum Eiskeller« bekommt der Gail’sche Park eine weitere Attraktion. Auch in der weiteren Umgebung ist keine vergleichbare Einrichtung bekannt, die die in der Vergangenheit weltweit wichtigen Wirtschaftszweige der Eisernte, der Eislagerung und des Eishandels vor Erfindung der Eismaschine thematisiert. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit 10 000 Euro. Der Freundeskreis gab Eigenmittel von 6000 Euro hinzu, Wolfgang Lust unterstützte das Vorhaben großzügig mit 20 000 Euro.

So konnten für 36 000 Euro das Bauwerk durch Stützung der Decke gesichert, die Klinkerwände saniert (Firma Neeb), die Tür gangbar gemacht (Firma Dörr) und eine Elektroinstallation (Firma Reif) vorgenommen werden.

Um die Ausstattung des Museums kümmerte sich der Freundeskreis. Jochen Kehm vom Vorstand gab fünf große Infotafeln in Auftrag.

Ältere Mitbürger können sich noch an mit Eisblöcken beladene Fahrzeuge im Ort erinnern, die das gefrorene Gut im Sommer von den Eiskellern zu ihren Verwendungsorten brachten. Das waren Metzgereien, Molkereien, Markthallen, Hotels, Gaststätten, Bahnhöfe, Krankenhäuser und auch Villenbesitzer. Bis in die fünfziger Jahre hinein wurden die Eiskeller im Winter mit Eisblöcken gefüllt. Längst haben sie ausgedient und wurden durch Eismaschinen, Kühlschränke und Klimaanlagen ersetzt.

​​​​​​​(Klaus Waldschmidt)

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