Gail’scher Park

Einzigartig

in Biebertal-Rodheim

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Schweizer Haus


Als private Aufenthaltsmöglichkeit wählte Georg Philipp Gail für seine Rodheimer Zigarrenfabrik (diese wurde in 1990’er Jahren abgerissen) ein Schweizer Haus, das er in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts an der oberen Grenze seiner erworbenen Grundstücke errichtete.


Schweizer Häuser wurden Mitte des 19. Jahrhunderts als Staffagebauten in Landschaftsgärten sehr bevorzugt. Die Schweizer Landschaft, ein beliebtes Reiseziel der Zeit, sollte als Miniaturobjekt dargestellt werden. Folgerichtig wählte Philipp Gail den Platz auf dem damaligen Grundstück an höchster Stelle aus. Verstärkt wurde die erhöhte Lage des Hauses durch die zusätzliche Aufschüttung eines mit Felsen verkleideten Hügels. Über steinerne Treppenstufen sowie eine Wegerampe, vorbei an wegbegleitenden, aufgerichteten Felsen, gelangt man zum oberen Plateau mit dem Schweizer Haus. Nach Erreichen des Ziels gewinnt der Besucher den Eindruck, einen kleinen Berg erklommen zu haben. Von der überdachten nach Süden hin ausgerichteten Veranda vor dem Eingang hatte man eine außerordentlich gute Aussicht in die Umgebung, den davor liegenden kleinen Park und auch auf die nicht mehr existierende Gail’sche Fabrik.


Das Schweizer Haus ist ein Fachwerkgebäude mit gegenständigen Giebeln. Der einzige Raum hat eine Grundfläche von 40 m². Allein in seiner Nordwand befinden sich keine Fenster. In dem sicherlich komfortabel möblierten großen Raum nahm die Familie Gail herangebrachten Kaffee und Kuchen zu sich oder suchte bei Regenwetter Zuflucht.


Besonders hervorzuheben ist die aufwendig ausgestaltete Eingangssituation. Ein mit einem Holzflechtwerk und mit floralen Motiven ausge­schmücktes Holzdach ist der zweiflügeligen Eingangstür vorgelagert.


Der Freundeskreis nutzt dieses Gebäude sehr gerne für Kunstausstellungen und Lesungen.